Namibia
Zentral Namibia
Süden
Norden

Ethnische Gruppen
in Namibia

Ovambo FrauenOvambo
Von den 1,8 Millionen Namibiern gehören rund 900.000 der Ovambo Volksgruppe an, deren Kernland nördlich der Etosha Pfanne liegt, mit der Stadt Oshakati als Zentrum. Die Ovambos gehören zu den Bantu-Völkern und kamen im 16. Jahrhundert aus Ostafrika. Sie sind Ackerbauern und bauen auf den vergleichsweise fruchtbaren Böden im Norden vorwiegend Mais, Sorghum, Hirse, Kürbis, Bohnen und Melonen an. Daneben halten sie Ziegen und Rinder.

KavangoKavango
Östlich des ehemaligen Ovambolands am südlichen Ufer des Okavango Flusses siedeln die etwa 150.000 Kavangos. Ein Grossteil von ihnen kam aus Angola nach Namibia. Die Kavangos leben ebenfalls vom Ackerbau, in geringerem Masse auch von Viehzucht und Fischfang. Sie sind zudem gute Holzschnitzer. Sie sprechen eine eigene Sprache. Ihr Zentrum ist die Stadt Rundu.

Caprivianer
Ganz im nordöstlichen Zipel Namibias leben die rund 50.000 Caprivianer, mit ihrem Zentrum Katima Mulilo. Sie sprechen eine eigene Sprache und leben von Viehzucht, Ackerbau und Fischfang.

Herero FrauHerero
Drittgrößte Gruppe sind die rund 150.000 Hereros, die ihre Heimat vorwiegend in Zentralnamibia haben. Die weit ausladenden viktorianischen Röcke und die bunten, an Rinderhörner erinnernden Kopfbedeckungen der Herero Frauen gehen auf den Einfluss der Missionarsfrauen zurück, die sich an der ursprünglich sehr spärlichen Bekleidung der Hereros störten. Die stolzen, gross und kräftig gebauten Hereros sind fanatische Rinderzüchter, und ihr Land ist stets chronisch überweidet. Ihr Zentrum ist Okahandja, wo alljährlich ein grosses Fest zum Gedenken ihrer Ahnen stattfindet.


Himba
HimbaEng mit den Hereros verwandt sind die etwa 5000 Himbas, die in der Abgeschiedenheit des etwa 50.000 Quadratkilomter umfassenden Kaokovelds im Nordwesten ihren traditionellen halbnomadischen Lebensstil bislang bewahren konnten. Sie sprechen dieselbe Sprache wie die Hereros und leben ausschliesslich von ihren Rinderherden. Zentrum im Kaokoveld ist Opuwo, wo man aber nur wenige Himbas trifft. Die Kultur der Himbas wird durch den stetig zunehmenden und unkontrollierten Kaokoveld Tourismus bedroht.

Nama FrauNama
Der gesamte Süden Namibias wird traditionell vom Volk der Namas bewohnt. Sie sind mit den Khoikhoi verwandt und kamen einst aus dem Kap Raum, als sich die weissen Siedler dort immer mehr ausbreiteten. Die rund 80.000 Namas züchten vor allem Schafe und Ziegen. Sie sprechen einen schwer erlernbaren Khoisan Dialekt mit Schnalz- und Klicklauten.

Damara FrauDamara
Auch die rund 90.000 Damara sprechen diese Sprache. Ihr Hauptsiedlungsgebiet liegt zwischen Erongo und der Etoscha Pfanne mit der Stadt Khorixas als Zentrum. Ein Grossteil lebt jedoch verstreut im Lande. Die Damara leben von der Viehzucht. Sie beherrschten schon früh die Kunst des Eisen- und Kupferschmiedens.

San
San KindDie Ureinwohner Namibias sind die Buschleute oder San. Es gibt Anzeichen, dass sie schon vor 20.000 Jahren hier lebten. Man schätzt die Zahl der heute in Namibia lebenden San auf 40.000. Die Apartheid Verwaltung wies ihnen das Gebiet westlich von Tsumkwe als Homeland zu. Die sesshafte Lebensweise entspricht aber nicht ihrer Natur. Ihre verstreuten Siedlungen im ehemaligen Buschmannland machen heute einen desolaten Eindruck. Der Alkoholismus grassiert, und zudem treiben die Hereros ihre Rinderherden in das Buschmannland. Eine Lobby im Windhoeker Parlament fehlt ihnen. Während des Unabhängigkeitskriegs wurden die San von der südafrikanischen Armee als Fährtensucher eingesetzt, was ihnen die SWAPO bislang nicht verziehen hat.

Baster
Ausschliesslich um die Stadt Rehoboth südlich von Windhoek leben die rund 25.000 Rehobother Baster. Es sind die Nachkommen von Khoikhoi Frauen und burischen Immigranten aus der Kapkolonie, die 1870 ihre Heimat verliessen und Rehoboth gründeten. Die Baster sprechen Afrikaans und fühlen sich auch ansonsten den burischen Wertvorstellungen verpflichtet. Sie betreiben vor allem Rinderzucht und sind gute Handwerker. Sie haben erheblichen politischen Einfluss in Windhoek.

Weisse Bevölkerung

Rund 100.000 Weisse leben in Namibia. Davon sind 20% deutscher Abstammung. 20% sind englischer und 60% afrikaanser Herkunft. Sie wanderten nach dem 1. Weltkrieg aus Südafrika nach Namibia ein. Die weisse Minderheit ist zwar an der politischen Verantwortung nicht mehr beteiligt, die wirtschaftliche Macht liegt jedoch weitgehend in ihren Händen, vor allem in den Schlüsselbereichen, Landwirtschaft, Handel. Bergbau und Tourismus.

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