Namibia wurde als eines der letzten Länder Afrikas durch Europäer kolonisiert, wobei massgeblich die Deutschen daran beteiligt waren. Im Jahre 1883 erwarb der Bremer Kaufmann und Abenteurer Adolf Lüderitz die Bucht Angra Pequeña - heute Lüderitzbucht - sowie das Gelände im Umkreis von 20 Meilen um die Bucht von dem Nama-Häuptling Joseph Fredericks aus Bethanien. Der Kaufpreis betrug damals 10.000 Reichsmark und 260 Gewehre.
Im Jahre 1884 übernahm das Deutsche Reich den Schutz der Lüderitz'schen Besitzungen. Ein kleines Korps der kaiserlichen Marine landete in der Bucht und hisste die deutsche Flagge. Von 1884 bis 1914 war Namibia sogenanntes "Deutsches Schutzgebiet" und hiess "Deutsch-Südwestafrika". Das Deutsche Reich entsandte die "Kaiserlich-Deutsche Schutztruppe". Sie hatte die Aufgabe, das Gebiet zwischen Oranje und Kunene in eine deutsche Kolonie zu verwandeln. Deutsche Siedler sollten Land erwerben und ungehindert bewirtschaften können. Dazu musste die dort lebende schwarze Bevölkerung, überwiegend Namas und Hereros, unterworfen werden.