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Namibia
Wirtschaft
Die namibische Wirtschaft ruht im wesentlichen auf vier Säulen: Bergbau, Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus.
Der Bergbau erwirtschaftet dabei rund ein Drittel des Buttosozialprodukts und den überwiegenden Teil der Deviseneinnahmen des Landes, das zu den rohstoffreichsten Ländern in Afrika zählt, mit einer grossen Vielfalt an Mineralen, die zum Teil ausschliesslich in Namibia vorkommen. Abgebaut werden vor allem Diamanten, Uran, Gold, Silber, Zink, Kupfer, Blei, Zinn, Marmor und Granit sowie Halbedelsteine.
Nahezu die Hälfte der Exporteinnahmen im Bergbau werden allein durch Diamanten erzielt. Die Firma Namdeb - sie gehört hälftig dem Staat und hälftig der südafrikanischen De Beers Gruppe - betreibt in Oranjemund und in Elizabeth Bay bei Lüderitz umfangreiche Minen und produziert jährlich mehr als eine Million Karat.
Der zweitwichtigste Wirtschaftssektor ist die Landwirtschaft. Zwar steuert sie nur einen geringen Teil zum Bruttosozialprodukt bei, jedoch stellt der Agrarbereich über die Hälfte aller Arbeitsplätze, überwiegend sind sie allerdings schlecht bezahlt. Es gibt rund 4000 Farmen. Sie gehören zum überwiegenden Teil weissen Farmern und betreiben extensive Rinder- und Schafzucht, wobei das Fleisch nach Südafrika exportiert wird. Einige Farmen haben sich erfolgreich auf die Produktion von Straussenfleisch spezialisiert, das ebenfalls exportiert wird.
Auf Grund der Wasserknappheit findet man Ackerbau lediglich in der Region Otavi/Tsumeb, bei Mariental am Hardap Stausee sowie - in Form von Subsistenzlandbau - in der ehemaligen Ovamboland Region um Oshakati, wo vor allem Hirse und Mais angebaut werden.
Oben links: Straussenfarm. Unten: Windhoeker Bier, ein Exportschlager. Rechts: Bergbau bringt die Devisen.
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Die namibischen Gewässer sind sehr fischreich. Sie waren in den 70er Jahren durch ausländische Fangflotten illegal überfischt worden. Namibia errichtete daraufhin 1990 eine 200-Seemeilen-Zone ein, die exklusiv von namibischen Unternehmen befischt werden darf. Seitdem hat sich Namibias Fischerei zu einem wichtigen Wirtschaftszweig mit guten Wachstumsraten entwickelt. Er beschäftigt über 15.000 Menschen, vor allem in Walvis Bay und Lüderitz. Es werden auch Fischkonserven produziert. Der überwiegende Teil der Fänge wird exportiert, vor allem nach Spanien und Japan.
Auch der Tourismus Sektor kann seit der Unabhängigkeit Namibias beträchtliche Zuwächse verzeichnen. Die jährliche Besucherzahl nähert sich der Millionengrenze. Ein Drittel der Besucher kommt aus Südafrika. Auf Platz zwei liegen die Deutschen. Ein Teil der Staatseinnahmen aus dem Tourismus fliesst in den Umweltschutz.
Die verarbeitende Industrie spielt kaum eine Rolle in Namibia. Abgesehen von Fleisch- und Fischkonserven, Bier und Getränken werden nur Rohstoffe produziert und ausgeführt. Nahezu alle Konsumgüter sowie Maschinen müssen eingeführt werden, meist aus Südafrika, von dem Namibia wirtschaftlich stark abhängig ist. Auch die Währung, der Namibia Dollar (N$), ist an den südafrikanischen Rand gekoppelt, und Namibia muss die Hochzinspolitik von Südafrikas Reserve Bank wohl oder übel mitmachen.
Namibia zählt - nach Südafrika und Botswana - zu den reicheren Ländern Afrikas. Dennoch beträgt das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen nur umgerechnet 120 Euro pro Monat, wobei die Mehrheit der Bevölkerung noch mit weitaus weniger Geld auskommen muss. Rund 40% der erwerbsfähigen Menschen sind arbeitslos.
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